Dieser Satz des Philosophen Ludwig Feuerbach gehört zu den radikalsten Gedanken der Religionskritik. Im 19. Jahrhundert stellte er die traditionelle Vorstellung auf den Kopf: Nicht ein übernatürliches Wesen erschuf den Menschen, sondern der Mensch selbst erschuf die Vorstellung von „Gott“. Feuerbachs Analyse geht tiefer, als viele denken. Er wollte Religion nicht einfach verspotten oder zerstören. Sein Punkt war: Der Mensch hat seine höchsten Eigenschaften nach außen verlagert. Alles, was Religionen Gott zuschreiben – Unendlichkeit, Vollkommenheit, Liebe, Göttlichkeit oder Unsterblichkeit –, stammt aus dem Menschen selbst. Der Mensch denkt und beschreibt es. Doch statt es als eigene Möglichkeit zu erkennen, projiziert er es nach außen. So entsteht eine paradoxe Situation: Der Mensch verehrt das, was ursprünglich aus ihm selbst kommt. Feuerbach nannte diesen Vorgang Projektion. Religion ist für ihn deshalb nicht einfach ein Irrtum, sondern ein Spiegel, in dem die Menschheit ihre e...
Neue Ewige Erde
Wer sind wir? Wo sind wir? Wo geht es mit uns allen hin? Die Antwort auf alles beginnt mit diesen Fragen.